Vom lebenslangen Lernen

Vom lebenslangen Lernen

Falls die vielen Auguren Recht haben, wird sich die Verbindung zwischen Arbeit und Leben deutlich und schnell verändern. Wie wir individuell damit umgehen wirkt sich auf diese Schnelligkeit aus – und hier unterliegen wir einem hohen, äußeren Druck. Die Kommunikationswelt hat sich in den vergangenen zehn Jahren mit großer Geschwindigkeit verändert. Die Hersteller der Smartphones etc. scheinen anzunehmen, dass ihre Produkte diese Veränderung (und Schnelligkeit) erzeugt hätten. Ich denke, dass mit den neuen Werkzeugen etwas sichtbar wird, was ohnehin im Menschen angelegt ist: der tiefe Wunsch nach Verbindung mit anderen Menschen. Und die Fähigkeiten das zu können.

Dass das Angebot zunächst verwirrend und überwältigend ist, ist nachvollziehbar. Insbesondere junge Menschen werden davon angezogen und übernehmen die Veränderung verspielt und mit Offenheit. Während „besorgte Bürger“ diese Offenheit als Gefahr ansehen und sich reflexhaft über Unbedachtheit aufregen, von Verwahrlosung, mentaler Vereinsamung sprechen, sind längst die Anzeichen zu sehen, wie die Technik zu einer etablierten Erweiterung der Lebensmöglichkeiten wird.

Das ging schnell – sehr schnell. Und vieles harrt noch der Wandlung, aber das wird noch. Jeder technologische Schub der Vergangenheit hat sich integriert und die Menschheit mit neuen Fähigkeiten ausgestattet. Damals wie heute geht es darum, was wir daraus machen.

Wer will heute schon auf Navigationssysteme, Chats, Musik, Film, Bild, jede Art von Arbeitshilfsmitteln verzichten? Zwangsläufig vermengen sich die einzelnen Tools hin zu Einem – nicht nur technologisch, auch von der Plattform her – alles wächst zusammen.

Homo Ludens (lat,: der spielende Mensch)

Wenn dieser Einfluss zu potentiell neuen Arbeitsformen führt, dann stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten wir Menschen brauchen, um diese kritisch zu bewerten ohne zugleich pauschal abzulehnen – sondern spielerisch und neugierig das annehmen, was vielleicht hilfreich sein kann.

Um dies zuzulassen, bedarf es jener Neugier und Offenheit, dieser spielerischen Unvoreingenommenheit, die Lernen zulässt und unterstützt. Eben einer positiven Lernhaltung. Diese Fähigkeit ist grundsätzlich und alterslos, man lernt bis zum physischen Tod, so Gerald Hüther, bekannter Neurobiologe und Autor. Es gelte, diese Lernfähigkeit (im Gehirn) zu erhalten, oder wieder zu öffnen. Denn, laut Hüther und vielen anderen Mahnern, unsere Gesellschaft und grundsätzlich Schulen und Universitäten sind nicht dafür ausgerichtet, Lernen als freudiges Erleben zu etablieren. Im Gegenteil – sie etablieren Bewertungssysteme die egoistisch – opportunistisches Verhalten ausbilden. Kein Wunder also, dass die Freude am Ausprobieren einem Sicherheitsdenken Raum gibt, welches das Annehmen von Veränderungen umso schwerer macht.

Da dies noch so ist sind eben jene flexiblen, neugierigen und offenen Menschen eher rar. In Folge sind „Shifts of Mindset“, etwa Kulturwandel in Unternehmen, auch so herausfordernd, und können zudem nicht mit schlichter Befehlskraft umgesetzt werden.

Neue Arbeitswelten

Heute ist eine positive Lernfähigkeit umso wichtiger, als sich die Arbeitswelt unter dem Einfluss der Digitalisierung wandelt. Es wird weiter „klassische“ Arbeitsformen geben, natürlich. Doch der Anteil an flexiblem Modellen wird sich kontinuierlich erhöhen – alle Anzeichen stehen dafür. Vieles wird sich wie selbstverständlich über neue Generationen abfangen, während „wir Alten“ der Rente entgegengehen. Aber es wird einen für manchen schmerzhaften Übergang geben, wenn traditionelle Arbeitsplätze abgebaut und sich Menschen bei einem verringerten, passenden Stellenangebot neu orientieren müssen.

Dem kann im Guten nur entgegnet werden, indem man Veränderung als natürlichen Bestandteil des Lebens wieder zulässt, sowie die Fähigkeit zur Freude (an der Arbeit und) am Lernen weckt.

Neugierige, offene, positive Menschen werden überall gewünscht.

Anhang

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www.wandelwerk.org

Mein Ziel: Menschen zu sinnhafter und nachhaltiger Arbeit verhelfen.

Die Anzeichen einer sich zunehmend schneller verändernden Arbeitswelt beschäftigt viele Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Es wird deutlich, dass unsere Strukturen und Werte dringend auf den Prüfstand müssen – Konzepte, welche vor 120 Jahren unter gänzlich anderen Marktbedingungen hervorragend wirkten, sind heute nicht mehr reaktionsfähig. Auch wenn der Begriff „agil“ in den letzten Jahren überstrapaziert wurde, es bleibt die Frage wie Unternehmen mit den veränderten Anforderungen weiterhin wertschöpfend agieren können. Dabei beschäftigt sich „New Work“ nicht nur mit einer Vielzahl wesentlicher Ansätze und Gedanken, sondern auch mit konkreten Beispielen und Hilfestellungen.

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