Unternehmer sind dem Veränderungsdruck voraus

Wer Unternehmer wurde, hatte eine Idee die veränderte. Auf Ihr basiert die Unternehmung, der er/sie gründete. Die Kraft der Unternehmer liegt in der Fähigkeit, Veränderungen im Umfeld zu erkennen und diese, bevor sie eintreffen, für ihre unternehmerische Wette auf die Zukunft zu nutzen.

Das besondere am Unternehmertum ist die Kreativität und Fantasie einzelner Menschen, die aus ihren Umweltbeobachtungen Lösungen und Angebote entwickeln, welche ihnen am Markt eine Vorreiterrolle schaffen. Sie denken außerhalb eines Rahmens, unkonventionell, originell..

Wurde eine Idee geboren, tragen UnternehmerInnen starke Kräfte in sich um diese Wirklichkeit werden zu lassen. Sie entwickeln sie bis zu einem hohen Reifegrad weiter, merzen Schwächen aus, setzen, on the go, neue Gedanken während des Prozesses gleich mit um.
Auf diesem Weg erkennen sie ihre fachlichen Grenzen und suchen sich Mitstreiter. Diese ersten Mitstreiter sind noch ebenso überzeugt und fasziniert von der Idee (die nicht die ihre ist) und kämpfen darum, das Neue in den Markt zu tragen.
Gelingt dies, setzt eine Verselbständigung ein: mehr Erfolg erfordert mehr Mitarbeiter, je mehr Mitarbeiter, desto mehr „verwässert“ sich die ursprüngliche, unternehmerische Kraft der Idee. Ab einer gewissen Mitarbeiterzahl wird Organisation erforderlich und die interne (wie äußere) Kommunikation erhält Abstraktionslevel.

Organisation entfernt von der unternehmerischen Kraft

Organisatorische Abstraktionsebenen sind notwendig, um die Umsetzung der unternehmerischen Kraft Marktkraft zu verleihen. Dabei kann der Unternehmer steuernd Einfluß nehmen, wie diese Abstraktionsebenen aussehen – hier liegt der Grundgedanke F. Bergmanns „New Work“. Welche Organisationsform dem wachsenden Unternehmen verliehen wird, ist letztlich eine Erweiterung der unternehmerischen Kraft.

Die Falle des Managements

Es gilt an diesem Punkt der Unternehmensentwicklung sehr genau hinzusehen, welche Form das Unternehmen annehmen soll. Hier liegt nun die zweite, wesentliche unternehmerische Fähigkeit, nämlich zu entscheiden, ob das Unternehmen gemanagt, oder geführt werden soll, oder ob andere Organsationsformen dazu beitragen können, die unternehmerische Kraft zu erhalten.
Manager konzentrieren sich auf Stabilität und Optimierung – sie haben keine unternehmerische Kraft sondern den schlichten Auftrag, Ertrag zu erhöhen. Die potentiellen Mechanismen hierfür sind in der Literatur hinlänglich beschrieben und werden heute mit dem Begriff „tayloristisch – kapitalistisch“ umschrieben.
Dieses Vorgehen stärkt die Wiederstandskraft des Unternehmens, ist auf Wachstum und Gewinn ausgerichtet, schafft Arbeitsplätze und Macht.

Auf der Strecke bleibt die unternehmerische Kraft

Unternehmer sind eben keine Manager – wer kreativ und wach Ideen entwickelt muss sich seinen Freiraum erhalten über den Tellerand zu schauen, ein Gefühl für den Markt behalten, ja, spielen und rumspinnen.
Es ist gut, wenn Ideen in Märkte kommen, und dafür benötigt es ein gewisses Maß an Organisation, an Management.
Wenn sich Unternehmer aber ihrer Fähigkeiten berauben, meinen, nun, nachdem die Idee zu Gewinn wurde, müssten sie „managen“, dann geht die eigentliche Kraft verloren.

Freiräume für unternehmerisches Handeln

Es geht darum, Unternehmer zu bleiben. Die guten Kräfte zu bewahren, über den Tellerrand zu schauen und neue Ideen zu formen. Es geht darum, Unternehmen zu schaffen, die den unternehmerischen Funken mittragen, nach innen wie nach außen. Es geht darum, lebendig zu bleiben und damit die wichtigste Fähigkeit zu erhalten: dem äußeren Veränderungsdruck immer einen Schritt voraus zu bleiben.

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