Das Pferd von hinten aufzäumen: Methoden!

Methoden. Methoden sind, so habe ich einmal gelesen, „der Fluchtpunkt der Verzagten„. Gemeint ist, dass Menschen dazu neigen viel über den Weg zu sprechen, dabei aber das Ziel aus den Augen verlieren oder gar gänzlich außer Acht lassen.

Eben dieses Phänomen beobachte ich in den vielen Titelgeschichten in etablierten Zeitschriften, Zeitungen und anderen Veröffentlichungen zum Thema New Work. Die Methode wird gelobt, hervorgehoben, deren Erfolge besungen – und letztlich behauptet: „Verwende diese Methode, dann ist das Ziel schon erreicht.“ Wir haben das auch „Rezept“ genannt, ein festgelegtes Vorgehen, das, befolge ich Zutaten, Verhältnisse und Reihenfolge genau, stets zu wiederbar leckeren Kuchen führt.

Schon dieses Beispiel zeigt, dass für das Umsetzen von Rezepten / Methoden in Unternehmen vorausgesetzt wird es handele sich um einen Kuchen und können ebenso angewendet werden. Und wäre es nicht so einfach, so schön, wenn sich ein in einem Unternehmen einmal bewährtes, gut durchdachtes Vorgehen kopieren, und dann beliebig oft in anderen Unternehmen mit gleichem Erfolg wiederholen liese? Den meisten Lesern mag es schon beim Durchlesen dieser Zeilen so ergehen wie mir. Es kommt sogleich der Gedanke hoch: „das hat noch nie 1:1 geklappt“.

Da dies auch die Anbieter von Methoden wissen, haben sie auch gleich eine Antwort parat: „Wir müssen diese Methode für ihr Unternehmen etwas anpassen. (dann ist der Erfolg aber sicher)“. Und wieder werden hier einige sagen: „auch das hat noch nie wirklich funktioniert“.

Methoden vermitteln Sicherheit und Planbarkeit, letztlich Kalkulierbarkeit. Das gibt ein gutes Gefühl – wenn man einmal über(redet)zeugt ist, klemmt man sich hinter die Methode und zieht diese, wie ein Ackergaul, mühsam vorwärts. Das der Ackergrund aus lauter Steinen besteht, wird gerne übersehen.

Methoden kommen und gehen – Kultur bleibt

In den vielen Jahren meiner beruflichen Tätigkeiten habe ich viele Methoden kommen und gehen sehen. Viel Geld wurde investiert, Erfolge blieben aber allzu häufig aus. Warum wir daraus nicht lernen, ist mir schleierhaft.

Auch im Themenbereich New Work lese ich mittlerweile mehr und mehr von Methoden die wieder, schon wieder, das Heilversprechen in sich tragen. Besser verbrämt wird hier (da sind die vielen Berater schon geübt) das bedient, was dem potentiellen Käufer Unbehagen bereitet: Veränderung heißt zunächst immer, das eigene Tun in Frage zu stellen. Oder wie der Volksmund sagt: „sich an die eigene Nase fassen.“ Das macht keinen Spaß und ist unbequem, stört womöglich das Tagesgeschäft!

Wer heute weiter glauben möchte, dass die Wahl der Methode auch das Erreichen des Ziels beinhalte, liegt, hinlänglich nachgewiesen, daneben.

New Work – Methoden?

Doch, Methoden sind überaus hilfreich und wichtig, das ist unbestritten. Doch sind sie Mittel zu dem Zweck, den man für sich individuell, eben auch für Unternehmen, definiert hat. Wer einem noch weis machen möchte, dass die Obstschale und der kostenlose Kaffee (schlimmer: der KICKER!) New Work erzeuge, oder gar bedeute, der ist noch weit weg von der wirklichen Umsetzung.

Damit ich hier klar bin: New Work muss nicht für jedes Unternehmen passen oder sinnvoll sein. Auch bedeutet es für jedes Unternehmen (so individuell sie eben sind) etwas anderes. Ich bin aber davon überzeugt, dass die Umsetzung des New Work Gedankens dafür sorgt, das Unternehmen

  • spürbar dynamischer auf den Markt reagieren,
  • wertschöpfender Arbeiten (Umsatz und Gewinn steigen spürbar),
  • deutlich innovativer sind,
  • ein unglaubliches Potential zur Effizienzsteigerung bei sich entdecken,
  • nachhaltigere Kundenbindung generieren,
  • zufriedene, mit einem Wir-Gefühl agierende Mitarbeiter haben,
  • sich keine Sorgen um spannende Bewerber machen müssen.

Jeder einzelne Punkt allein ist schon heute bei vielen Unternehmen als Ziel benannt und erhält viel Aufmerksamkeit (und sehr viel Geld) – aber Kultur und Methodenglaube haben die Umsetzung stets vereitelt. New Work, als Überbegriff, erschlägt alle oben aufgeführten Punkte auf einmal. Das erfordert ein Umdenken.

Ich bin zudem überzeugt:

Wir leben in einer privilegierten Zeit, wenn wir uns diesen Wandel erlauben können. Wir sollten diese Chance nicht verstreichen lassen.

Anhang

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www.wandelwerk.org

Mein Ziel: Menschen zu sinnhafter und nachhaltiger Arbeit verhelfen.

Die Anzeichen einer sich zunehmend schneller verändernden Arbeitswelt beschäftigt viele Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Es wird deutlich, dass unsere Strukturen und Werte dringend auf den Prüfstand müssen – Konzepte, welche vor 120 Jahren unter gänzlich anderen Marktbedingungen hervorragend wirkten, sind heute nicht mehr reaktionsfähig. Auch wenn der Begriff „agil“ in den letzten Jahren überstrapaziert wurde, es bleibt die Frage wie Unternehmen mit den veränderten Anforderungen weiterhin wertschöpfend agieren können. Dabei beschäftigt sich „New Work“ nicht nur mit einer Vielzahl wesentlicher Ansätze und Gedanken, sondern auch mit konkreten Beispielen und Hilfestellungen.

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