Wie mache ich mein Unternehmen agil? Gar nicht!

Heute muss man agil sein, gewappnet für die Dynamik des Marktes. Es gilt das Credo: „Nur wer Agilität erfolgreich in seine Unternehmens-DNA integriert hat, bleibt bestehen.“

Damit wird sehr pauschal mit Dogmen gehandelt, die in dieser Form gar nicht umsetzbar sind. Man kann kein Unternehmen sinnvoll auf eine bewegliche Grundhaltung umstellen, schlicht weil Agilität nicht für alle Unternehmensbereich wünschenswert ist.

Können und Wissen

Im Themenkreis NewWork wird häufig zwischen zwei grundsätzlichen Haltungen in Unternehmen unterschieden: den wissensbasierten und den könnenbasierten.

Es gilt: wissensbasierte Bereiche decken Tätigkeiten ab die wiederholend, finit beschreibbar und weitgehend planbar sind Könnenbasierte Bereiche dagegen sind dynamisch, überraschend, unplanbar. Beide Grundfähigkeiten haben ihre Berechtigung und darauf muss bei jedem Changeprojekt Rücksicht genommen werden.

Leider hat der seit über 100 Jahren etablierte und praktizierte Taylorismus in den Unternehmen eine Grundhaltung verankert welche zum Ziel hat, sämtliche Bereiche eines Unternehmens in eine einheitliche Kontrollierbarkeit zu zwingen. Daraus resultieren die skurrilsten Beschäftigungen welche nichts mehr mit gezielter Wertschöpfung zu tun haben, sondern lediglich einem internen Selbstzweck dienen. Auf diesem Wege wurden auch für könnenbasierte Bereiche (flexibel, überraschend…) Mechanismen etabliert, welche genau dort zur Unterdrückung jener Fähigkeiten führen, welche für Dynamik und Unplanbarkeit dringend notwendig sind.

Befreiung von wertschöpfenden Kräften

Diese Bereiche zu „befreien“ sollte der eigentliche Sinn jeder unternehmerischen Agilitätsbemühung sein.

Es gilt also zunächst ein waches Auge auf die Struktur meines Unternehmens zu werfen und zu sichten, an welchen Stellen eine Erlösung von gebundenen, kreativen Fähigkeiten möglich sein könnte, und in welchen Bereichen eine klare, beschreibbar Arbeitsstruktur zielführender ist.

Dann kann man behutsam anfangen, für könnenbasierte Bereiche interne Referenzen (= überflüssige Planungsaufgaben, Controllingzwänge, Listen und Reportings – es gibt eine Vielzahl von nicht wertschöpfenden Beschäftigungen in Unternehmen) abzubauen und damit die Grundlage zu schaffen, Agilität zu ermöglichen.

Der Irrglaube, alles müsse plan- und kontrollierbar sein, unterdrückt jegliche Flexibilität – Schluss damit.

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Die Anzeichen einer sich zunehmend schneller verändernden Arbeitswelt beschäftigt viele Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Es wird deutlich, dass unsere Strukturen und Werte dringend auf den Prüfstand müssen – Konzepte, welche vor 120 Jahren unter gänzlich anderen Marktbedingungen hervorragend wirkten, sind heute nicht mehr reaktionsfähig. Auch wenn der Begriff „agil“ in den letzten Jahren überstrapaziert wurde, es bleibt die Frage wie Unternehmen mit den veränderten Anforderungen weiterhin wertschöpfend agieren können. Dabei beschäftigt sich „New Work“ nicht nur mit einer Vielzahl wesentlicher Ansätze und Gedanken, sondern auch mit konkreten Beispielen und Hilfestellungen.

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